Nächstes Spiel

Meisterschaft Nationalliga B
Sa, 24.10.2026   |  20:00 Uhr
Sporthalle Steinli, Möhlin

vs.

TV Möhlin

Baden Endingen

Mit einer beherzten Aufholjagd einen verloren geglaubten Punkt gerettet

NLB: HSG Baden-Endingen – SG Yellow/ Pfadi Espoirs 28:28 (12:14)

(ms) Die HSG Baden-Endingen beweist im Heimspiel gegen die SG Yellow/Pfadi Espoirs grosse Moral und erkämpft sich nach einem Vier-Tore-Rückstand ein 28:28-Unentschieden. Zwölf Minuten vor Schluss deutet noch wenig auf einen Punktgewinn hin. Doch mit einer eindrücklichen Willensleistung und der Unterstützung des Heimpublikums kämpfen sich die Aargauer zurück. In der letzten Sekunde liegt sogar der Sieg in der Luft.

Aufgeben ist keine Option

Es war einer jener Handballabende, an denen am Ende weniger das spielerische Können als vielmehr der unbedingte Wille den Ausschlag gibt. Zwölf Minuten vor dem Schlusspfiff lag die HSG Baden-Endingen gegen die SG Yellow/Pfadi Espoirs mit vier Treffern zurück. Die Winterthurer schienen die Partie in der Badener Aue unter Kontrolle zu haben. Doch die Mannschaft von Trainer Aco Stević weigerte sich, das Spiel verloren zu geben. Angeführt von Janis Thomann, der mit drei Treffern in Folge die Aufholjagd einleitete, mobilisierten die Gastgeber ihre letzten Energiereserven und verwandelten eine beinahe aussichtslose Situation in einen Punktgewinn.

Mit jedem Treffer wuchs der Glaube an die Wende. Auch auf den Rängen sprang der Funke über. Die zahlreich erschienenen Zuschauer spürten, dass ihre Mannschaft noch längst nicht aufgegeben hatte, und trieben sie lautstark nach vorne. Der Druck auf die Gäste nahm zu, ihr Vorsprung schmolz dahin. Als Bühler in der 55. Minute zum 27:27 traf, war die Partie wieder völlig offen. Was folgte, war ein dramatischer Schlagabtausch, in dem beide Mannschaften den Sieg vor Augen hatten.

Zu passiv und zu wenig konsequent

Dass Baden-Endingen überhaupt zu einer solchen Aufholjagd gezwungen war, hatte sich die Mannschaft allerdings selbst zuzuschreiben. Die Gastgeber fanden nur schwer in die Begegnung und liessen insbesondere in der ersten Halbzeit jene Aggressivität und Durchschlagskraft vermissen, die sie in den vergangenen Spielen ausgezeichnet hatten. Im Angriff fehlte die letzte Konsequenz, während die Winterthurer ihre Möglichkeiten deutlich effizienter nutzten.

Bis zum 7:7 verlief die Partie ausgeglichen. Dann kassierte Janis Thomann eine Zweiminutenstrafe, welche die Gäste eiskalt ausnutzten. Mit zwei Treffern in Folge verschafften sich die Espoirs erstmals etwas Luft. Baden-Endingen gelang es bis zur Pause nicht mehr, diesen Rückstand wettzumachen. Mit einem 12:14 ging es in die Kabinen.

Die Gründe für den Rückstand waren offensichtlich. Elf Fehlwürfe und ein kaum existentes Flügelspiel verhinderten ein besseres Zwischenresultat. Bezeichnend war auch die Torhüterstatistik: Die Winterthurer hatten nach 30 Minuten doppelt so viele Paraden auf ihrem Konto wie die Gastgeber. Dennoch war der Rückstand überschaubar. Für die zweite Halbzeit blieb alles möglich – vorausgesetzt, Baden-Endingen fand zu seinem gewohnten Spiel zurück.

Rote Karte als nächster Rückschlag

Die Aargauer kamen mit dem festen Vorsatz aus der Kabine, der Begegnung eine andere Richtung zu geben. Doch kaum hatte die zweite Halbzeit begonnen, folgte der nächste empfindliche Rückschlag. Nach nur zwei Minuten zeigten die beiden Unparteiischen Giovanelli für ein Foul direkt die rote Karte. Eine harte Entscheidung aus Sicht der Gastgeber, die damit einen weiteren Dämpfer hinnehmen mussten.

Baden-Endingen liess sich davon jedoch nicht entmutigen. Die Mannschaft steigerte ihre Intensität, suchte entschlossener den Abschluss und investierte deutlich mehr in die Partie als noch vor der Pause. Doch die Winterthurer hielten dagegen. Trotz der Leistungssteigerung gelang es den Gästen, ihren Vorsprung zwischenzeitlich auf vier Treffer auszubauen.

Die Zeit lief den Gastgebern davon. Zwölf Minuten vor Schluss deutete vieles auf eine Heimniederlage hin. Doch genau in dieser schwierigen Phase zeigte Baden-Endingen jene Charakterstärke, die an diesem Abend letztlich den Unterschied zwischen einer Niederlage und einem Punktgewinn ausmachen sollte.

Thomann zündet die Aufholjagd – dramatische Schlusssekunden

Janis Thomann übernahm Verantwortung und brachte seine Mannschaft mit drei Toren in Folge zurück ins Spiel. Plötzlich war die Energie wieder da. Baden-Endingen kämpfte um jeden Ball, steckte Rückschläge weg und liess sich auch von gelungenen Aktionen der Gäste nicht mehr aus dem Konzept bringen. Was spielerisch nicht immer gelang, machten die Aargauer nun mit Leidenschaft, Einsatz und einem unbändigen Siegeswillen wett.

Die Stimmung in der Aue wurde mit jeder Minute intensiver. Das Publikum trieb die Mannschaft nach vorne, während bei den Winterthurern die Nervosität spürbar zunahm. Baden-Endingen arbeitete sich Tor um Tor heran, bis Bühler fünf Minuten vor Schluss mit dem 27:27 den umjubelten Ausgleich erzielte.

Nun war alles möglich. Ein technischer Fehler der Gäste, eine mirakulöse Parade von Baden-Endingens Torhüter Bachmann – die Schlussphase entwickelte sich zu einem regelrechten Handballkrimi. Beide Mannschaften hatten Gelegenheiten, die Partie für sich zu entscheiden. Und tatsächlich bot sich den Gastgebern mit der allerletzten Aktion noch die Chance auf einen kaum mehr für möglich gehaltenen Heimsieg. Der junge Flügelspieler Brouwer wurde in der Schlusssekunde freigespielt und kam zum Abschluss. Doch Gästetorhüter Uthmann, der bereits zuvor mit starken Paraden überzeugt hatte, verhinderte mit seiner letzten Intervention den Badener Jubel über einen Sieg. Es blieb beim 28:28.

Ein Sieg wäre angesichts des gesamten Spielverlaufs allerdings mehr als schmeichelhaft gewesen. Die Winterthurer hatten über weite Strecken die effizientere Leistung gezeigt. Dass Baden-Endingen am Ende dennoch einen Punkt auf sein Konto buchen konnte, war der verdiente Lohn für eine beeindruckende kämpferische Steigerung.

So überwog nach dem Schlusspfiff bei den Aargauern die Erleichterung über den geretteten Punkt. Gleichzeitig blieb die Erkenntnis, dass die Entscheidung nicht erst mit dem letzten Wurf gefallen war. Vielmehr hatte Baden-Endingen in der ungenügenden ersten Halbzeit zu viel liegen gelassen und sich dadurch selbst in eine schwierige Ausgangslage gebracht.

Die Gelegenheit, es gegen denselben Gegner besser zu machen, lässt nicht lange auf sich warten. Im Achtelfinal des Mobiliar Cups trifft die Mannschaft von Aco Stević erneut auf die SG Yellow/Pfadi Espoirs. Nach diesem intensiven Duell dürfte klar sein, was es braucht, um die Winterthurer zu bezwingen: mehr Konsequenz von Beginn weg und dieselbe Entschlossenheit, welche die Aargauer in der Schlussphase ausgezeichnet hat.

Zunächst wartet in der Meisterschaft am kommenden Wochenende allerdings das Auswärtsspiel in Möhlin. Danach stehen mit Stans, Chênois und Emmen im November gleich drei NLB-Topteams auf dem Programm. Die kommenden Wochen werden Baden-Endingen einiges abverlangen. Der leidenschaftlich erkämpfte Punkt gegen die Espoirs könnte dabei wertvoller sein, als es das nackte Resultat vermuten lässt.

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