Nächstes Spiel

Meisterschaft Nationalliga B
So, 4.10.2026   |  18:00 Uhr
Matchblatt
Sporthalle Aue, Baden

vs.

Baden Endingen

TSV Fortitudo Gossau

29:23 gegen Fides: Baden-Endingen überzeugt vor allem defensiv 

NLB: HSG Baden-Endingen – SG Fides St. Gallen 29:23 (15:11)

(ms) Die HSG Baden-Endingen bleibt auf Erfolgskurs. Gegen die SG Fides St. Gallen setzten sich die Aargauer am Samstagabend in der Aue in Baden mit 29:23 (15:11) durch und sicherten sich zwei weitere Punkte. Das Resultat sieht am Ende deutlicher aus, als es der Spielverlauf über weite Strecken vermuten liess. Baden-Endingen musste gegen hartnäckige Ostschweizer viel investieren – und konnte sich dabei vor allem auf eine starke Defensive, einen glänzend aufgelegten Torhüter und einen treffsicheren Youngster verlassen.

In der 5. Minute brachte Raphael Rohr die Gastgeber mit 4:3 in Führung. Diese sollten sie bis zum Schlusspfiff nicht mehr abgeben. Von einem gemütlichen Abend konnte dennoch keine Rede sein. Fides blieb aufsässig und zwang die Mannschaft von Trainer Aco Stević dazu, über die gesamten 60 Minuten konzentriert zu arbeiten.

Das Bollwerk steht – und Bachmann hält

Die Grundlage für den Erfolg legte Baden-Endingen in der Verteidigung. Was unter der Woche im Training vorbereitet worden war, setzte die Mannschaft konsequent um. Fides wurde immer wieder zu Abschlüssen aus jenen Positionen gezwungen, welche die Aargauer Defensive bewusst in Kauf nahm. Davon profitierte auch Torhüter Bachmann.

Der Schlussmann erwischte einen starken Abend. 14 Paraden und eine Abwehrquote von 39 Prozent standen nach 60 Minuten in der Statistik. Dass er sich derart oft auszeichnen konnte, war allerdings auch das Resultat der Arbeit seiner Vorderleute.

Insbesondere die beiden grossgewachsenen Kreisläufer Čagalj und Rilak verliehen dem Innenblock viel Stabilität. Die St. Galler Angreifer wurden früh unter Druck gesetzt, und wenn ein Verteidiger überspielt wurde, war meist bereits der nächste zur Stelle. Die aggressive Deckungsarbeit hatte ihren Preis: Baden-Endingen kassierte mehr Zeitstrafen als der Gegner. Gleichzeitig verschafften sich die Aargauer damit aber den nötigen Respekt.

Nur elf Gegentore in der ersten Halbzeit waren der verdiente Lohn für die konsequente Defensivarbeit. Mit einer 15:11-Führung ging es in die Kabine.
Zusätzliche Stabilität brachte die Rückkehr von Bühler. Nach dreiwöchiger Verletzungspause meldete sich der Rückraumspieler mit einer gelungenen Leistung zurück. Vier Treffer aus fünf Versuchen steuerte er zum Sieg bei und überzeugte gleichzeitig in der Defensive. Damit erhält Stević für die kommenden Aufgaben wieder eine wichtige zusätzliche Option.

Im Angriff noch viel Luft nach oben

So zufrieden Baden-Endingen mit seiner Abwehrleistung sein durfte, so offensichtlich war das Steigerungspotenzial auf der anderen Seite des Spielfelds. Die Gastgeber erspielten sich genügend Möglichkeiten, um die Partie deutlich früher zu entscheiden. Zu oft fehlte jedoch die letzte Konsequenz.

Elf technische Fehler und zahlreiche ausgelassene Torchancen verhinderten, dass sich die Baden-Endingen entscheidend absetzen konnte. Besonders augenfällig war eine siebenminütige Phase ohne eigenen Treffer. Dass Fides diese Torflaute nicht zu einer Wende nutzen konnte, lag wiederum an der starken Defensive der Gastgeber.

Eine Ausnahme im Angriff war einmal mehr Youngster Thomann. Mit 13 Treffern war er der mit Abstand erfolgreichste Torschütze seiner Mannschaft und lieferte erneut einen eindrücklichen Arbeitsnachweis ab. Neben ihm überzeugten Bühler sowie Flügelspieler Brouwer, der seine drei Abschlüsse allesamt verwertete.

So blieb die Partie länger offen, als es aus Baden-Endinger Sicht nötig gewesen wäre. Wirklich aus der Hand gab das Team von Trainer Stevič das Geschehen allerdings nie. Die Führung aus der fünften Minute hatte bis zum Ende Bestand und wurde schliesslich zu einem 29:23 ausgebaut.

Zwei Best Player teilen sich die Schokolade

Trainer Stević ordnete den Auftritt nach Spielschluss entsprechend nüchtern ein: Die Verteidigung war gut, im Angriff blieb dagegen einiges liegen. Unter dem Strich stand damit eine Leistung, die ihren Zweck erfüllte und vor allem zwei weitere Punkte einbrachte.

Dass die entscheidenden Qualitäten an diesem Abend auf unterschiedliche Schultern verteilt waren, zeigte sich auch bei der Wahl zum Best Player. Mit Torhüter Bachmann und dem 13-fachen Torschützen Thomann wurden gleich zwei Spieler des Heimteams ausgezeichnet. Die beiden durften sich deshalb nicht nur die Ehre, sondern mussten auch die dazugehörige Schokolade teilen.

Für Baden-Endingen war der 29:23-Erfolg ein verdienter Sieg, der gleichzeitig genügend Anschauungsmaterial für die nächste Trainingswoche lieferte. Auf die Defensive kann Stević aufbauen. Im Angriff wird es dagegen eine Steigerung brauchen – und die nächste Prüfung hat es in sich.

Bereits am kommenden Sonntag gastiert der TSV Fortitudo Gossau in Baden. Die Ostschweizer gehören zu den Topteams der Liga und haben nach vier Partien erst einen Punkt abgegeben. Will Baden-Endingen auch gegen Gossau Zählbares holen, dürfte eine ähnlich starke Abwehrleistung allein nicht genügen. Dann müssen auch im Angriff wieder mehr der herausgespielten Möglichkeiten genutzt werden.

Bilder: Alexander Haber

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